von Helmut Schmidt
Selbstgefällige Nabelschau

Nun, ich muß es wohl nicht erwähnen, daß ich kein SPD Wähler bin und auch in absehbarer Zeit nicht werde; trotzdem erschien mir die Biographie von Herrn Schmidt als lesenswert. Leider war dies nicht so. Er ergeht sich in selbstgefälligen Interpretationen der Welt und schreibt beispielsweise, die Aussage, daß die Renten sicher seien, wäre zu seiner Zeit eine valide Aussage gewesen, obwohl schon Adenauer wußte, daß dies nicht so ist; er ergeht sich in Verurteilungen von NS-Größen aber auch Mitläufern, lobt aber Richard von Weizsäcker über den grünen Klee, obwohl dieser seinen Vater verteidigte, denn schließlich habe dieser ja nichts von den Greueltaten gewußt. Schwer vorzustellen, wenn man selbst die Wannsee Protokolle unterschrieben hat; Herr Schmidt sollte dies wissen.

Der Rest ist aufgefüllt mit der altbekannten Oberlehrerart und mir wurde wieder schlagartig klar, warum ich ihn nie mochte - ich gebe allerdings zu, daß ich mich ein wenig von der ach so guten Geburtstagsberichterstattung einlullen ließ.

Meine Empfehlung: Nicht kaufen.

2 von 5 Brownies - 10 Sätze pro Buch sind genug -



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